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Eigentlich sind die Löscheinheiten, wie man das heute nennt, Lüdorf und Bergisch-Born die jüngsten Wehren von Remscheid, denn wir wurden ja erst 1975 durch die kommunale Neuordnung nach Remscheid umgepolt, wie unser damaliger Schriftführer K.H. Borner im Jahresbericht schrieb.
Als 1886 die Lüdorfer und ein Jahr vorher die Borner Wehren gegründet wurden, gehörte Lüdorf noch zur Gemeinde Neu-Hückeswagen und Born zur Stadt Wermelskirchen. Diese unterstanden wie auch die Gemeinden, Städte und Siedlungen Dhünn, Dabringhausen, Lennep, Lüttringhausen, Ronsdorf, Beyenburg, Radevormwald, Remscheid und Burg dem Landkreis Lennep, aus dem 1888 Remscheid als Stadtkreis ausschied. Schon 1876 organisierten die Remscheider, wo sich einige Hofwehren zusammen getan hatten, das rheinisch - westfälische Feuerwehr Verbandsfest.
Hierzu erschienen aus den Nachbarstädten Barmen, Solingen, Lennep, Elberfeld, Essen und Dortmund Abordnungen aber auch die Hoffeuerwehren von Morsbach, Hasten, Ehringhausen und Fürberg waren ebenso zugegen wie Gäste und Auswärtige.
Nun zurück zu unserm 125-jährigen. Schon 1820 wurde vom Hückeswagener Bürgermeister Johanny angeregt für die Lüdorfer Honschaft ein Brandspritzenhaus zu errichten. Nach öffentlicher Ausschreibung in den Tageblättern und im Amtsblatt wurde bei der Ersteigerung dem wenigstfordernden Zimmermeister Lüttgenau von Winkelnburg (Wipperfürth) für 190 Reichstaler der Zuschlag erteilt, mit der Auflage das Spritzenhaus binnen zwei Monaten fertig zu stellen, sobald der Bauplatz fest steht. Dieser wurde dann von der Stadt innerhalb des Ortes Lüdorf von dem Bauern Borner-Kormannshaus erworben. Der Bau wurde fristgerecht erstellt. Auf 22 Quadratmetern wurden nun Einreißhaken und Löscheimer zur Brandbekämpfung bereitgehalten und aufbewahrt. Diese waren von hiesigen Handwerkern gefertigt, wie es in der Feuerordnung für Landgemeinden des Herzogtums Berg vom 2.9.1803 gefordert wurde.
Es war nicht die erste Bau- und Feuerordnung, bereits am 10.Oktober 1554 wurde für die Herzogtümer Kleve, Jülich und Berg eine solche Ordnung erlassen, die besagt, dass dort wo keine Bäche, Seen und Brunnen für eventuelle Löschwasserentnahme vorhanden sind, Brandweyer anzulegen seien. (Rassek im Buch: Eine Idee setzt sich durch)
1880 wurden alle Haus- Hof- und Grundbesitzer der Lüdorfer Honschaft und den nah gelegenen Hof-schaften zu einer Versammlung in die Wirtschaft Buchholz in Lüdorf geladen, um eine Hilfsgemein-schaft gegen die Feuergefahr zu gründen. Anlass dazu waren vier Großbrände innerhalb von zehn Tagen wo Wohnhäuser, Stallungen und Scheunen abbrannten. Die Gründung wurde vollzogen, man könnte es auch Gründung der Feuerwehr Lüdorf nennen. 1886 wurde der Lehrer der Schule Forsten, Herr Strüning, aufgefordert, nach dem Muster der “Düsseldorfer Feuerordnung” für die Lüdorfer Honschaft eine Freilwillige Feuerwehr zu gründen. Die damals unter der französischen Regentschaft verfasste Ordnung besagte, dass alle Kommunen - also Bürgermeistereien ein Lösch- Corps aufzustellen hätten.
In diesen Jahren wurden viele Wehren gegründet, 1867 Lennep,1868 Radevormwald und die Turner-Feuerwehr Hückeswagen, 1884 Lüttringhausen und Hasten,1885 Bergisch-Born, auch so genannte Hoffeuerwehren z.B. Hückeswagen-Brücke, Berghausen, Wiehagen, Straßweg, Rasselstein, Herweg, Holte usw.. Es wurden auch viele Pflicht-Feuerwehren aufgestellt, wie es in den Analen geschrieben steht, denn man wollte mit der Feuer- und gleichzeitigen Bauordnung den Feuersbrünsten entgegen treten. So wurden die Handwerkszünfte (Dachdecker, Zimmerleute und Maurer) aufgefordert sich der Allgemeinheit zu verpflichten.
Zur Gründung der freiwilligen Feuerwehr Lüdorf können wir die im Besitz des ehemaligen Archivar der Stadt Hückeswagen Franz Mostert befindliche Bergische-Volks-Zeitung vom 1.9.1886 zitieren: “Herr Lehrer Strüning von Forsten wird von der Gemeinde Neu-Hückeswagen beauftragt eine freiwillige Feuerwehr zu gründen.” Gleichzeitig wurde von der Gemeinde ein Holzfass und eine neue Druckpumpe gestellt und Lehrer Strüning zum Feuerwehr-Hauptmann bestätigt.
1890 wurden die Statuten für die Lüdorfer Wehr festgelegt, z. B. Aufnahmebedingungen, Vorstand, Einteilung der Mitglieder, Geräte- und Ausrüstungsbeschaffung, Kassenwesen. Mit den Unterschriften des Vorstandes F.W. Strüning, Carl Schulte, Carl Heyder, Hermann Buchholz und Carl Averdung und der Genehmigung des Bürgermeisters Hagenkötter wurden diese erst 1896 gedruckt.
Um die Jahrhundertwende trat ein großer Fortschritt ein, mit einem finanziellen Zuschuss der Provinzial-Feuerversicherung wurde hier eine fahrbare Saug- und Druckspritze stationiert. Man brauchte nun das Holzfass nicht mehr über weite Strecken zu tragen -wenn man bedenkt, dass der Löschbezirk von Langenbach bis Hammerstein von Repslöh bis Engelshagen ging.
Die Spritze wurde nun an die Wasserstelle gefahren, einige Eimer Wasser in den Saugbehälter geschüttet, acht Männer mussten pumpen und das Wasser wurde durch Saugschläuche in den Saugbehälter gesaugt und von hier in die Druckschläuche gedrückt. Die Eimerkette gehörte nun der Vergangenheit an, hierzu wurden ja viele Menschen gebraucht, um von Hand zu Hand die Wassereimer, die jeder Eigentümer vorhalten musste, vom Löschwasserteich oder Brunnen zum Brandort zu transportieren
In einem Gerätenachweis vor dem ersten Weltkrieg befinden sich bei der Lüdorfer Wehr folgende Gegenstände: 1 Saug und Druckspritze, 5 Saugschläuche, 80 Meter Druckschläuche, 1 Strahlrohr, 2 Spritzenlaternen und für die Spritze, 1 Handdeichsel, 1 Schere für ein Pferd, 1 Deichsel für zwei Pferde unter anderem noch zehn Wassereimer, 2 Leitern und 1 Spitzbeil.
Diese pferdegezogene Saug- und Druckspritze war bis Mitte der 1930er Jahre im Einsatz. 1936 wurde ein dunkelgraues Horch- Kabriolett mit schwarzen Kotflügeln und schwarzem Klappverdeck , 8 Zylinder Reihenmotor, 6 Sitzen und 2 Notsitzen eingestellt. Dazu ein luftbereifter Tragkraftspritzenanhänger (TSA) offen mit einer DKW Zweitakt Motorspritze. Der Motorwagen wurde später, laut Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 23. November 1938 womit die Feuerwehr zur Feuerschutz- Polizei deklariert wurde, in polizeigrün (tannengrün) umgespritzt. Mit diesem Gespann hat die Gruppe Lüdorf in den Kriegsjahren auch überörtliche Einsätze gefahren, als die alliierten Bomber die deutschen Städte, Düsseldorf, Köln, Bochum, Essen, Wuppertal, Aachen usw. bombardierten, denn Lüdorf war neben dem Zug Hückeswagen Stadt die einzige Gruppe die motorisiert war. 1944 wurde dann ein Mercedes Löschgruppenfahrzeug LF25 für diese Einsätze eingestellt, welches 1947 von einem Mercedes LF 8 mit TSA abgelöst wurde. 1960 stellte die Stadt einen Ford FK1250 als TSF/S, Tragkraftspritzenfahrzeug- Staffel bei uns ein, das alte LF8 wurde noch als Geräte- und Mannschaftswagen geführt, 1965 kam ein Mercedes- Unimog vom ZB (Zivilenbevölkerungsschutz) als VLF (Vorauslösch- Fahrzeug) mit einer 1600 Liter/ Minute fördernden Pumpe und einer Frontseilwinde dazu. 1975 kamen wir dann durch die kommunale Neugliederung zu Remscheid, Hückeswagen zog das VFL vom ZB zurück. Wir waren nun Löschzug “9” in Remscheid und bekamen ein LF 8 Opel- Blitz und ein TLF 8 (Tanklöschfahrzeug 800 Liter Wassertank) ZB.
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Schon 1983 hatten wir: 1 LF 8/8 (TS8) Daimler, 1 LF16 TS Magirus, 1 TLF8 Unimog vom ZB,1 Tro LF 750 Unimog (Trockenlöschpulverfahrzeug mit 750kg Löschpulver). 1989 Fahrzeugbestand: 1 LF8/TS8 Daimler, 1 RW1 Daimler (Rüstwagen),1 LF16 TS Magirus,
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2006 Fahrzeugbestand: 1 LF 8/6 MAN, 1LF16 TS Iveco,1 RW 1 Daimler mit Schwimmpumpe. 2010 Fahrzeugbestand: 1 LF16 TS Iveco, 1 LF8/6 MAN, der Rüstwagen wurde eingezogen. Die Schwimmpumpe wurde auf dem Boots- Trailer befestigt.
1987 wurde die Wuppertalsperre angestaut, da nun ein großer Teil der Wasseroberfläche auf Remscheider Gebiet lag, wurde in Lüdorf 1992 ein Schlauchboot mit Außenborder (Außenbordmotor) stationiert, womit auch einige Einsätze zur Rettung und Bergung gefahren wurden.
2000 wurde das Schlauchboot beschädigt und konnte nicht repariert werden. Wegen Geldmangels konnte von der Stadt kein neues Boot erworben werden. Wir kauften aus eigenen Mitteln (Förderverein) ein Boot mit Lenkstand und bauten es in Eigenarbeit zu einem Mehrzweckboot um, als Antrieb diente der überholte Außenborder vom Schlauchboot .
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2007 wurde ein neues Allzweck-Rettungsboot von der Stadt der Löscheinheit Lüdorf übergeben, zu Wasser gelassen und feierlich auf den Namen “Lüdia” getauft.
Soweit die zur Verfügung stehenden und gestandenen Fahrzeuge, Lösch- und Rettungsgeräte, dort wo am Anfang nur Löscheimer (Ledereimer), Leitern und Einreißhaken zur Verfügung standen.
Die Alarmierung in den Gründerjahren war problematisch, denn Lüdorf war kein Dorf oder eine Ortschaft mit Kirche das über eine Sturm- oder Feuerglocke verfügte, es musste durch Ausrufen auf die Feuergefahr aufmerksam gemacht werden. Man entschied sich kurz nach der Gründung, von Spenden und Selbstbeteiligungen Brandhörner anzuschaffen .Diese wurden im ganzen Löschbezirk auf solche Häuser verteilt, die an markanten Stellen standen (sog. Meldestellen) und von dort aus musste bei Gefahr das Brandhorn geblasen und/oder das Signal weitergegeben werden.
Es konnte vorkommen das bei starkem Wind oder auch nachts das Signal nicht oder erst spät gehört wurde und so die Nachrichtenkette unterbrochen war. 1928 wurde die erste elektrische von Hand gesteuerte Brandsirene, von Spenden und Selbstbeteiligung, erworben, und auf Buchholz Scheunendach installiert, die weit über unseren Löschbezirk zu hören war. Ende der 30iger Jahre wurden vom Reichsluftschutz, Sirenen aufgestellt, die von einer Zentrale aus gesteuert wurden. Die alte Sirene wurde stillgesetzt und eine Luftschutzsirene wurde auf dem Dach der stillgelegten Brauerei Sonneborn angebracht. Dort befand sich auch seit einigen Jahren der Horch Mannschaftswagen mit dem TSA, da in dem alten Gerätehaus nicht genügend Platz vorhanden war.
Kurz nach Kriegsbeginn wurden Männer in die Feuerwehr verpflichtet, da einige Mietglieder der Feuerwehr zum Kriegsdienst eingezogen wurden. Es musste eine ständige Bereitschaftswache gestellt werden, die im so genannten Sälchen der Wirtschaft Sonneborn untergebracht war. Diese mussten bei Einsatzbefehl die Wehrmänner der Gruppe telefonisch oder durch einen Melder benachrichtigen. 1953 wurde das neue Gerätehaus auf dem Platz errichtet, wo 1820 der erste Geräteschuppen gebaut wurde. Der ehemalige stellvertretende Brandmeister Rudolf Kormannshaus sen. überlies uns noch großzügig einige Quadratmeter, denn wie oben schon erwähnt 22 Quadratmeter reichten nicht. Auf dieses neue Gerätehaus wurde nun auch die ehemalige Luftschutzsirene von Engelsburg montiert mit Steuerung von Engelsburg aus, dem Wohnsitz unseres Gruppenführers E. Buchholz, und Anschlussteuerung Buchholz Lüdorf.
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1980, wir gehörten nun fünf Jahre zu Remscheid, wurde die stille Alarmierung eingeführt und ausgebaut. Am Anfang bekamen wir 14 Funkmeldeempfänger die im Wechsel bei den Wehrmännern stationiert wurden, diese wurden monatlich mit Bergisch-Born getauscht. Lüdorf war damals Meldegruppe 75.
Heute hat jeder aktive Feuerwehrmann der freiwilligen Feuerwehr ein Meldegerät, auch Piepser genannt.
Übungen und Ausbildung
Schon in den Statuten der freiwilligen Feuerwehr Lüdorf von 1890 wird darauf hingewiesen, dass es Ehrensache eines jeden Wehrmannes ist dazu beizutragen die Feuerwehr leistungsfähig für den Notfall zu machen. Dafür ist es wichtig die Handhabung der ihm zur Verfügung stehenden Geräte durch stete Übung zu beherrschen. Im Laufe der Jahre ist die Technik rasant fortgeschritten, man muss sich nur einmal die Entwicklung vom Löscheimer zur Handspritze, weiter zur Pferdegezogenen Saug- und Druckspritze bis zur ersten Motorspritze ansehen, welch ein Fortschritt. Zur Ausbildung in der Feuerwehr-Schule, in der damaligen Provinzhauptstadt Koblenz, ging 1936 der erste Feuerwehrmann (K. Buchholz, Eichenhof) der Löschgruppe aus Lüdorf zum Maschinisten- Lehrgang. Er wies dann auch später andere Wehrmänner der Gruppe bei Übungen in die Technik ein.
Wie oben schon erwähnt, trat im November 1938 das Gesetz über das Feuerlöschwesen für gesamt Deutschland in Kraft, womit die Feuerwehr als technische Truppe der Polizei unterstellt wurde. Selbst die Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehren wurde reichseinheitlich zu einem Standard geregelt, der teilweise heute noch gültig ist. In den Kriegsjahren wurde auf Kreisebene (damals Rhein- Wupper- Kreis (Opladen) zur Wochenend-Ausbildung nach Leverkusen gefahren, selbst die Alten, also die über Fünfzigjährigen, weil einige Jüngere zum Militärdienst eingezogen waren.
Nach 1945 fanden sich Ehemalige wieder zusammen, um die Gruppe der F.F. Lüdorf wieder zu beleben. Noch war Franz Buchholz Gruppenführer, aber Sohn Erich, der die Einsatzgruppe während des Krieges in den überörtlichen Einsätzen geführt hatte, war die treibende Kraft. Franz Buchholz trat 1946 zurück und der Junior übernahm als Brandmeister die Lüdorfer Wehr. Es wurden wieder Übungen abgehalten, Verpflichtete traten aus der Wehr aus, vom Kriegsdienst entlassene Ehemalige und heran gewachsene Jugendliche kamen dazu. Die alte Sirene wurde, bis zum Gerätehaus Neubau 1953, wieder in Betrieb genommen, In den 60er Jahren gingen einige junge Wehrmänner zur Landesfeuerwehrschule nach Warendorf und später nach Münster zur Ausbildung, um anschließend das neue Wissen auch in die Gruppe weiter zu tragen.
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So auch Otto Bechem und Karl Borner, die jeweils danach die Gruppe lange geführt haben. Die Grundausbildung und die Ausbildung zum Oberfeuerwehrmann (F 2) wurden später auf die Feuerwehren der Kreis- und kreisfreien Städte übertragen. Von der Landesfeuerwehrschule wird die Ausbildung aufsteigend vom Gruppenführer (, über den Brandmeister (F3) bis zum Zugführer- (F4) sowie technische Hilfeleistungs- und Sonderausbildungen übernommen. Bei diesen Lehrgängen in Münster sind schon viele Kameraden unserer Gruppe gewesen. Der Ausbildungsstand von derzeit 27 aktiven Wehrmännern stellt sich folgendermaßen dar:
7 Feuerwehrmänner, 1 Oberfeuerwehrmann, 2 Hauptfeuerwehrmänner, 11 Unterbrandmeister, 1 Brandmeister, 3 Hauptbrandmeister und 1 Brandinspektor.
Von diesen Wehrmännern haben 15 Mann eine Funkerausbildung, 17 eine Maschinistenausbildung, 2 die Strahlenschutzausbildung, 3 den Gerätewart, 1 eine Jugendgruppenleiter-Ausbildung und 1 eine Rettungssanitäterausbildung, dazu kommen noch einige Männer mit ABC-Stoffe-, gefährliche Stoffe-Ausbildung und technische Hilfeleistungsausbildung. Den Bootsführerschein haben 11 Mann, 20 Wehrmänner tragen die Silberne- und 3 die Goldene- Feuerwehrleistungsspange.
Einsätze zur Brandbekämpfung und Hilfeleistung
Ende des 19ten Jahrhunderts, bereits kurz nach der Gründung der Feuerwehr, hatten die Feuerwehrleute schon einige Brände zu bekämpfen, so bei Schürmann in Oberfeldbach einen Gebäudebrand und bei Karl Wilh. Buchholz in Dörpholz einen Haus- und Stallbrand.
Schornsteinbrände waren nach den Erzählungen der Altväter auch öfter zu bekämpfen. Dokumentiert ist hiervon nichts, ob damals überhaupt Brandberichte geschrieben wurden ist unbekannt. Seit Mitte der 1920er Jahre bis 1945 war Karl Heyder vom Heidt Schriftführer, aber in den Nachkriegswirren und beim Remscheider Bombenangriff sind seine Aufzeichnungen durch Brand verloren gegangen. So sind auch von den überörtlichen Einsätzen im Ruhrgebiet, in Köln und in Düsseldorf während des Krieges nach Luftangriffen keine Dokumentationen vorhanden. Es ist nur bekannt, dass die Lüdorfer von diesen Einsätzen ohne Verluste an Leben und Material zurückgekommen sind. Damals wurden oft Löscheinheiten bei Löscharbeiten von alliierten Tieffliegern beschossen, wobei es Tote und Verletzte gab. Nach den Kriegsjahren wurde über dieser Zeit nicht gesprochen, also kann leider auch nicht aus Erzählungen berichtet werden.
1947 oder 48 war die Lüdorfer Wehr zu einem größeren Waldbrand in Burg an der Wupper überörtlich eingesetzt, hier musste an einem Berghang gelöscht werden. Einer der Ehemaligen erinnert sich daran, dass dabei die TS mit Leinen den Berg hinauf gezogen werden musste, um die Pumpe zwischenschalten zu können, da die Schläuche den Druck der Wassersäule nicht aushielten und zerplatzten.
Der erste Jahresbericht liegt von 1949 vom Schriftführer Karl Buchholz, Lüdorf vor, worin im Mai ein Schornsteinbrand und im August ein Waldbrand registriert wird. In den darauf folgenden 50ziger und 60ziger Jahren mussten im Frühjahr oft Waldbrände entlang der Bahnlinie Kräwinklerbrücke- Krebsöge gelöscht werden ,die durch Funkenflug von den Lokomotiven entstanden waren. .Zusätzlich wurde aus Lennep meistens ein Tanklöschfahrzeug zur Amtshilfe angefordert , da Hückeswagen zu dieser Zeit noch kein TLF besaß. Dezember 1954 und 1955, mehrere Tage nach Schneeschmelze, mussten nach eintretender Flut einige Keller ausgepumpt werden.
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Es würde zu weit gehen, alle Brand- und Hilfseinsätze aufzuführen, die Dachstuhl-, Scheunen-, Haus- und Bauwagenbränden, selbst Bergung und Rettung nach Verkehrsunfällen oder mit dem Boot umfassten.
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Kurz erwähnen möchte ich jedoch den Großbrand bei der Holzhandlung Brand, in der Freiheitsstraße, Ecke Papenberger Straße und den Flugzeugabsturz in der Stockter Straße, wo es neben großen Gebäudeschäden auch Tote und Schwerverletzte gab.
Bei beiden Einsätzen waren je über 200 Hilfskräfte eingesetzt( BF, FF, THW und DRK).
1995 beim Rheinhochwasser gab es Alarmbereit-schaft für Lüdorf , LF 8 und Boot , Winter 96 starker Schneefall, auf der BAB1 am Remscheider Berg kommen Lkws mit Hänger und Sattelzüge nicht weiter, verursachen Stau, hier schleppten unsere Wehrmänner mit dem LF 16 TS Iveco Allradantrieb und Schneeketten jeden Lkw frei. Winter 2009-10 wieder starker Schneefall, Dächer von Industrie-betrieben drohten unter der Schneelast einzustürzen, auch vom Stadttheater musste Schnee abgeschaufelt werden.
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Anfang Juli 2010 ein Großfeuer in einer Neusser Kartonagen-Fabrik am Hafen, ein mehrere hunderttausend Tonnen großes Papierlager brannte in voller Ausdehnung. Bis zu 300 Feuerwehrleute waren im Einsatz, Katastrophenschutz- Bereitschaft 5, Wuppertal, Solingen und Remscheid mit den Gruppen Hasten, Morsbach und Lüdorf waren angefordert und vor Ort. In diesem Einsatz, in dem sehr viel Wasser benötigt wurde, wurden viele B-Schläuche (75mm Durchmesser) verlegt , aber auch eine 10 Zoll- Druckleitung (ca.27 cm) aus der das Düsseldorfer Feuerlöschboot die Einsatzstelle aus dem Neusser Hafenbecken mit Wasser versorgte.
Winter 2010- 11 wieder starke Schneefälle wie im Vorjahr, Dächer von Schulen und Industriebetrieben mussten von der Schneelast per Hand befreit werden.
Bei allen Gefahren- und Schadenslagen wurden die Männer der “Freiwilligen Feuerwehr” gebraucht, die vielseitig und überall einsetzbar sind.
Erwähnen möchte ich an dieser Stelle die Zugführer der Lüdorfer Wehr: F.W. Strüning (Forsten), der von der Stadt aufgefordert wurde die Freiwillige Feuerwehr zu gründen und gleichzeitig zum Feuerwehrhauptmann ernannt wurde, danach Carl Heyder (Lüdorf), Emil Buchholz (Engelsburg) Karl Schulte sen. (Engelsburg) es folgten Franz Buchholz (Eichenhof später Engelsburg) dessen Sohn Erich löste ihn 1946 ab, 1965 übernahm Otto Bechem (Steffenshagen) die Führung bis zur kommunalen Neugliederung. Ab Januar 1975 war Brandmeister Karl Borner (Tefental) Zugführer, er schied im Oktober 1994 als Hauptbrandmeister aus, sein Nachfolger wurde sein Stellvertreter Hauptbrandmeister Otto Bechem der bis 2000 den Zug führte, an seine Stelle trat nach Zuganhörung Hauptbrandmeister Harald Heuser (Lüdorf) der 2001 zum Brandinspektor befördert wurde, er führt den Zug noch heute.
Von den letzten Gruppen- später Zugführern sind die Daten ihrer Führungszeiten vorhanden, wie lange Strüning, Buchholz, Schulte und Heyder der Lüdorfer Wehr, damals als Feuerwehr- Hauptmann, vorstanden, ist nicht bekannt, hierzu liegen keine Daten (mehr) vor.
Am Ende dieser Chronik möchte ich jenen, die der Freiwilligen Feuerwehr skeptisch gegenüberstehen sagen, dass bei einer Stadt wie Remscheid mit ca. 120.000 Einwohnern und einer Grundfläche von 7460 Hektar , davon ca. 28 % Gebäudeflächen und 28 % Waldfläche sowie 460 Kilometer Straßennetz und 10 Kilometer Autobahn, neben einen gut funktionierenden Berufsfeuerwehr auf eine gut ausgebildete Freiwillige Feuerwehr nicht verzichtet werden kann.
Karl Welken
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